Mittwoch, 2. November 2011

Da gehts mir wie 1000 anderen

Teil V
Die wundersamen Auswirkungen auf hilfsbereite Menschen, oder wie ein Fest organisiert wird

Die Weihnachtsfeier für den Kindergarten, die Schule, den Kegelclub oder sonstigem steht an. Gewöhnlich trifft man sich einige Wochen vorher um das "Event" sorgfältig zu planen. Auf deutsch;  die dummen auszudeuten, die jedes Jahr helfen und sie auch für den diesjährigen Ablauf einzuspannen.
Die Runde sitzt da, das Datum und die Räume für die Feierlichkeiten stehen fest, und werden publik gemacht. Alle Anwesenden strahlen und nicken zustimmend. Was für eine gute Idee, alles wird phantastisch, die Veranstaltung. Im Hinterkopf der Mitwirkenden macht sich jedoch schleichend jene Erinnerung breit, dass für ein gelungenes Fest nicht nur Ort und Datum stehen muss, sondern tausend andere Dinge erledigt werden müssen. Die Minen verlieren an Fröhlichkeit, der Denkprozess 'was kann ich vorschieben, damit ich nichts zugeteilt bekomme' wird mit riesiger Beschleunigung eingeleitet.

Personen die die Idee einer Veranstaltung vortragen, sind meist unter den ersten, die durch extrem wichtige Ereignisse ihres Lebens davon abgehalten werden mithelfen zu können. Ihnen folgen, im Beispiel Kindergarten, Mütter die zu Hause sind und ihr Familienunternehmen leiten, ohne von lästigen Verpflichtungen wie Arbeit unterbrochen zu werden. Zu Gute halten muss man diesem Personenkreis, das in Sachen Catering der eine oder andere Kuchen, bzw. Salat abgerungen werden kann.

Die dritte Gruppe beherbergt Menschen, die zwar Hilfsbereitschaft zeigen, aber dafür erst gefeiert werden müssen. Sprüche wie: " Eigentlich müßte ich ja zu Oma, aber wenn ihr gaaar niemand anderen finden könnt, übernehme ich den (z.B.) Losverkauf für ein Stündchen"! Ebenfalls schön und häufig: " Ihr erinnert Euch sicher, wie lange ich im letzten Jahr in der Losbude stand, und wieviel ich dabei für den Kindergarten eingenommen habe. Naja, mehr schafft jemand anderes ohnehin nicht, also gut, ich machs". Der Kopf des sprechenden dreht sich während der Ansprache in alle Richtungen um jedes zustimmende Lächeln in sich einzusaugen, und wartet am Ende auf einen (zumindest kleinen) Applaus. (Wäre dies keine Lüge, würde diese Person zur letzten Gruppe gehören)

Die letzte Gruppe und Träger des Festes, sind 5-11 Leute, die in jedem Jahr und bei allen Veranstaltungen dabei sind und tatkräftig helfen. Die nicken, wenn gefragt wird, ob ein Salat mitgebracht werden kann. Die Zustimmen wenn um ihre Hilfe beim Aufbau gebeten wird, und ja sagen, wenn es um die Zuteilung für den Grill geht. Die sich immer auf's Neue fragen, warum sie wieder mit der meisten Arbeit dastehen, und dies nicht beantworten können, ausser mit Selbstverständlichkeit. Das wirklich Beste an dieser letzen Gruppe ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Wissen, dass man sich zu 100 % auf den anderen Verlassen kann,  das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, ohne sich dabei verletzt oder überfordert zu haben.

Lasst mich zum Schluß bemerken, dass es sich lohnt einmal der Machergruppe  anzuschließen. Das nächste Mal ist man ohnehin von selbst dabei :-)

Kommentare:

  1. Kann ich nur bestätigen, da habe ich heute gerade mit einer Kollegin darüber gesprochen :)

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  2. Sehr schöner Beitrag und wirklich wahr.

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